Wenn man sich kleine Wuschels ins Haus holt, will man natürlich nur das Beste für die Rasselbande. Schnell steht man dann in der Küche, schnippelt Gemüse und fragt sich: Moment mal, dürfen die das eigentlich alles essen? Die Verdauung von Meerschweinchen ist nämlich alles andere als unkompliziert. Ein kleiner Fehler, und schon zwickt der Bauch.
Deshalb schauen wir uns heute mal ganz genau an, was täglich in den Napf darf, wo Vorsicht geboten ist und wie du deine Tiere gesund und glücklich ernährst.
Das Fundament: Warum Frischfutter so wichtig ist
Meerschweinchen sind absolute Feinschmecker und brauchen vor allem eins: frisches Grünfutter. Da die Tiere, genau wie wir Menschen, kein Vitamin C selbst im Körper herstellen können, müssen wir über die Nahrung dafür sorgen, dass sie gut versorgt sind. Ohne Vitamin C bekommen Meerschweinchen nämlich Skorbut, und das will nun wirklich niemand.
Trotzdem gilt bei der Fütterung immer die goldene Regel: Langsam anfangen! Wenn deine Tiere bisher wenig Frischfutter gewöhnt sind, kippst du nicht gleich den halben Kühlschrank ins Gehege. Der kleine Magen-Darm-Trakt muss sich erst an die neuen Nährstoffe gewöhnen. Sonst gibt es schnell Blähungen oder Durchfall.
Salat, Gurke und Co.: Die verlässlichen Allrounder
Im Alltag greift man meistens zu den Klassikern. Die schmecken den Tieren und sind im Normalfall gut verträglich.
Gurke geht eigentlich immer. Sie hat fast keine Kalorien und besteht zu einem riesigen Teil aus Wasser. Das ist vor allem im Sommer super, um den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Trotzdem ist sie natürlich kein Ersatz für eine echte Trinkwasserquelle.
Salat ist der absolute Renner. Vor allem Romana-Salat oder Eichblattsalat werden hier meistens gnadenlos gefeiert. Achte darauf, dass du normalen Kopfsalat wegen der oft hohen Nitratwerte nur in Maßen fütterst und herkömmlichen Supermarkt-Salat vor dem Servieren immer gründlich abwäschst. Eisbergsalat ist wegen des vielen Wassers oft schwerer verdaulich – da musst du schauen, wie deine Tiere darauf reagieren.
Die Sache mit der Paprika und dem Brokkoli
Auf unserem kleinen Frischfutter-Foto lachen uns ja schon die leuchtende Paprika und der Brokkoli an. Da fragen sich viele: Ist das jetzt gut oder gefährlich?
Paprika: Das Vitamin-C-Wunder
Paprika ist im Grunde ein super Futtermittel, weil sie unheimlich viel Vitamin C liefert. Am besten vertragen wird in der Regel die rote Paprika, weil sie schön süß und reif ist. Grüne Paprika ist oft recht bitter und liegt manchem Meerschweinchen schwer im Magen.
Jetzt kommt aber der Haken: Du musst unbedingt den Strunk, den grünen Stielansatz und vor allem die Kerne komplett entfernen. Das Zeug enthält nämlich Solanin und ist giftig für die Tiere. Auch faule oder schrumpelige Stellen haben im Napf nichts zu suchen. Wenn du diese Teile großzügig wegschneidest, ist Paprika ein toller täglicher Snack.
Brokkoli: Vorsicht bei Kohl
Beim Brokkoli müssen wir schon deutlich vorsichtiger sein. Brokkoli gehört zu den Kohlsorten, und Kohl ist für seine blähende Wirkung bekannt. Wenn ein Meerschweinchen empfindlich reagiert, können Blähungen im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden, weil die Tiere die Gase nicht von alleine loswerden.
Füttere Brokkoli deshalb bitte niemals kiloweise, sondern sieh ihn eher als kleines Leckerli an. Ein bis zwei kleine Röschen pro Woche reichen völlig aus. Die Blätter solltest du am besten ganz weglassen, und gekocht darf er natürlich auch niemals in den Stall kommen.
Außerdem enthält Brokkoli viel Calcium. Wenn du also weißt, dass dein Meerschweinchen zu Blasengrieß oder Blasensteinen neigt, lässt du den Brokkoli am besten ganz weg, um kein Risiko einzugehen.
Kräuter als geschmackliches Highlight
Petersilie, Dill oder Fenchelgrün sind der absolute Jackpot für jede Fellnase. Sie riechen gut, schmecken intensiv und werden geliebt. Allerdings solltest du auch hier aufpassen: Viele frische Kräuter enthalten extrem viel Calcium oder ätherische Öle. Gib sie am besten immer nur handverlesen als Topping über das normale Gemüse, statt einen ganzen Bund reinzuwerfen.
Fazit: Gesunder Menschenverstand und genauer Blick
Am Ende ist die Meerschweinchen-Fütterung keine Wissenschaft, aber sie erfordert ein bisschen Aufmerksamkeit. Schau dir deine Tiere nach neuen Gemüsesorten genau an: Sitzen sie munter im Gehege und mümmeln fröhlich, ist alles super. Macht sich ein Tier auffällig dick im Bauch oder sitzt aufgeplustert in der Ecke, weißt du sofort, dass du beim nächsten Mal lieber etwas kürzertreten solltest.
Mit einer bunten Mischung aus verschiedenen Gemüsesorten, hochwertigem Heu rund um die Uhr und frischem Wasser machst du auf jeden Fall alles richtig.
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